Windsbacher im Konzert

Pressestimmen

08.11.2010

Schnörkellose Klarheit

Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem - Berlin
"(...) Ist ein Kinderchor diesem Werk gewachsen? Die Windsbacher sind es offenkundig. Da scheint jeder zu wissen oder doch zumindest zu ahnen, was er da singt. Man konnte nur staunen, in welche Tiefenschichten die jungen Sänger vorgedrungen sind. Am Beginn des zweiten Teils bei Denn alles Fleisch, es ist wie Gras lag eine Düsterkeit in den Stimmen, dass man eine Gänsehaut bekommen konnte. Die Stärke des Chors liegt besonders in den leisen Stellen: ein schier unglaublicher Nuancenreichtum, mitunter bis an die Grenze des Hörbaren und doch mit einem dichten, runden Klang. Natürlich fehlt den Ausbrüchen die Tiefe, aber das wäre von einem Kinderchor unmöglich zu fordern. Dafür haben die Höhen eine engelhafte, bisweilen auch durchdringend scharfe Strahlkraft. Karl-Friedrich Beringer legt in seiner Interpretation Wert auf schnörkellose Klarheit. Wie lieblich sind deine Wohnungen, singt der Chor im vierten Teil und lässt ein Bild des Paradieses entstehen ohne jedoch ins Schwelgen zu geraten oder gar schwergewichtigen Kitsch zu erzeugen. Das ist schlank, gefördert durch ziemlich zügige Tempi; direkt und geradlinig in vollkommener Identifikation - und sängerisch sowieso vom Feinsten (...)"
Andreas Göbel rbb kulturradio 8.11.2010

08.11.2010

Blitzblanke Stimmgewalt

Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem - Berlin
"(...) Karl-Friedrich Beringer, der seinen Abschied als Chorleiter bereits für Ende 2011 ankündigte, hat das Ensemble zum derzeit besten Knabenchor des deutschsprachigen Raums gemacht. Disziplinierteste Präzision verbindet sich unter seiner Leitung mit einer natürlichen, ungekünstelten Singtechnik, die für einen bewunderungswert einheitlichen Chorklang sorgt. (...) In den letzten beiden Nummern erlaubte Beringer seinen Knaben und Männern mehr Stimme, was auch den leiseren Stellen zugute kam. Die Fuge "Herr, du bist würdig" wurde zum Höhepunkt des Konzerts (...)" Ann-Christine Mecke, Berliner Zeitung 8.11.2010

06.11.2010

Wie ein kostbares Instrument

Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem - Berlin
"Es ist eine vortreffliche Aufführung des Deutschen Requiems von Brahms. Den sanften Streichern antwortet gleichsam immateriell der Gesang „Selig sind, die da Leid tragen“, um ins Espressivo zu gelangen. „Selig“ dann die Dissonanz auf der unbegleiteten zweiten Silbe des Wortes. Beringer betont den Kontrast zwischen Totentanz und Trio „So seid nun geduldig“, das er relativ schnell nimmt. Unsentimental ist die Interpretation bis zum „Jauchzen“ der Soprane. Alexander Marco-Buhrmester singt mit dem Erz seines Baritons den Psalm „Herr, lehre doch mich“. Der Chor hat Kraft, die Fugen organisch zu gestalten und Christiane Oelzes Solo mit „tröstendem“ Ausdruck zu intensivieren. Das Ensemble der Windsbacher lebt von erworbener Gesangskultur, ob die Altisten oder die Bässe ihre Einsätze haben, pianissimo gar, wenn „der Geist spricht“. Ohne Kindertümlichkeit zu vermarkten, wirkt und klingt dieser Knabenchor wie ein kostbares Instrument.
(Sybill Mahlke in Der Tagesspiegel, 7.11.2010)

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