Windsbacher im Konzert

Pressestimmen

05.11.2010

Transparentes Wunderwerk

Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem - Frankfurt
"Diese jungen Stimmen wirken wie losgelöst von Körper und Raum. Und sie bieten Farben aller Arten. Etwa im zweiten Chorsatz „Denn alles Fleisch“ – wie fahl, wie mürbe da die Windsbacher klingen konnten! Dieser Satz war es auch, in dem die Klangkulturen des Chores und des Berliner Orchesters zu einem deutlichen Spagat wurden. Denn die Musiker machten diesen Rückzug ins Matte nicht mit, spielten satt und vibratoreich. Wenn er dagegen ohne die leicht dominierenden Tutti-Berliner frei gestalten darf wie in „Wie lieblich sind deine Wohnungen“ oder in „Denn wir haben hie keine bleibende Statt“, wurde dieser Knaben-Brahms ein echtes Wunderwerk in Sachen Transparenz. Stefan Schickhaus, Frankfurter Rundschau, 5.11.2010

05.11.2010

Zum Sterben schön

Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem - Nürnberg
"Der Knabenchor aus Windsbach, für den das Brahms-Requiem sicher die höchste Latte im Repertoire bedeutet, singt derzeit auf dem besten Niveau, das er je hatte. Ganz eingeschworen auf Karl-Friedrich Beringers Konzeption, die sieben Teile nicht als quasi-marmorne Menetekel lautstark in die Wand zu meißeln, sondern aus großer Intimität heraus die wuchtigen Ausbrüche zu entwickeln, entfaltet sich vor den Hörern ein ganzer Malkasten an Klangfarben, Lautstärke-Schattierungen und phonetischen Akzenten. Mit ihrer hochkonzentrierten Intensität fesselten die Jugendlichen über die gesamte Wegstrecke von der ersten bis zur letzten Note... Einfach zum Sterben schön (...)" Jens Voskamp, Nürnberger Nachrichten, 4.11.2010

05.11.2010

Der Tod ist kein Thema

Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem- Frankfurt
"(...) Während andere Dirigenten das trotzig herausgeschleuderte "Hölle, wo ist dein Sieg?" als Ersatz für den vom Komponisten einfach weggelassenen Abschnitt über das Jüngste Gericht nehmen, dachte Karl-Friedrich Beringer anders und womöglich weiter. Der Tod, so klang es in der Alten Oper Frankfurt, ist im Grunde gar kein Thema mehr. Hier wird selig gesungen. Mit diesem konsequent durchgehaltenen Ansatz konnte das dramatische Potenzial des Requiems nicht vollends ausgeschöpft werden. An die weichen Schlagfiguren im zweiten Satz musste man sich erst gewöhnen, die dem Marsch der Vergänglichen viel von seiner Unerbittlichkeit nahmen. Doch der Ertrag lag offen zu Tage: Der abschließende Jubelgesang der "Erlöseten" wirkte nicht als schroffer Gegensatz zum Vorhergehenden, sondern als dessen Wendung zum Guten. Es war eben kein weichgespültes Wehklagen, sondern die Essenz eines Werkes zu hören, das von Leid nichts hören lassen will und lieber den Trost in Töne fasst. Die von Schärfe freien Knabenstimmen passen dazu am besten; und da hier einer der besten am Werke war, wurde die Totenfeier zum himmlischen Vergnügen. (...)" Christian Knatz Darmstädter Echo, 5.11.2010

Seiten