Windsbacher im Konzert

Pressestimmen

02.11.2010

Spannende Hörerfahrung

CD-Einspielung Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem
"Beringer, ein bedeutender Interpret für Chorwerke von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, W.A.Mozart, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Johannes Brahms, räumt gründlich mit den Unarten liebgewonnener Chortradition auf. Während die Orchesterromantiker „ihren“ Chor-Brahms oft genug dynamisch zu einem großsinfonischen Koloss aufzumöbeln pflegen, somit eine falsche Opernnähe suggerieren und Piani in weihevoller Stimmung versäuseln lassen, imponiert der Windsbacher Knabenchor unter dem hellhörigen Dirigat Beringers mit artikulationskräftigen Klangrelationen – vorbildlich klar in der Stimmführung, durchwegs sauber in der Intonation. So erschien die Struktur des Werkes in klaren Konturen, wie der prägnant rhythmisierte Marsch im zweiten Teil oder die Steigerung zum großen Ausbruch „Denn alles Fleisch es ist wie Gras..“

 

Was die Wiedergabe in der Meistersingerhalle zur spannenden Hörerfahrung machte, waren fein ausziselierte Übergänge („so seid nun geduldig, liebe Brüder“..und „Die Erlöseten des Herrn“), die organisch vorbereitet sich zu großen Steigerungen hochtürmen. Jedem rhythmischen wie melodischen Detail widerfuhr exakte Ausformung, so dass sich die große Architektur stets in klaren Konturen herausschälte." Egon Bezold in Der Opernfreund

 

12.10.2010

Innigkeit, Vitalität und Schwung

CD-Einspielung "Deutsche Volkslieder"

(...) Eigentlich sollte diese CD des Windsbacher Knabenchors in keiner Schulbibliothek fehlen. Instrumentale Zwischenmusiken, Präludien, rhythmisch beschwingte Tanzsätze, ein muntermachender Fanfaren-Sound von Paul Hindemith oder die spritzige „Petite Suite“ von Jan Koetsier, gespielt von Streichern, Trompeten, Posaunen, Hornisten des Deutschen Sinfonie-Orchesters Berlin, wechseln mit a cappella vorgetragenem Liedgesang. Man begegnet Gesängen, die Grenzen zwischen dem Kunst- und Volkslied auflösen wie in „Waldesnacht, du wunderkühle, die ich tausend Male grüß..“ von Johannes Brahms oder im Volkslied für vierstimmigen Chor „Schön Blümelein“, das Robert Schumann vertonte. Die Windsbacher Knaben singen empfindungsreich, homogen, lupenrein in der Intonation, vorbildlich klar. Im erwärmenden Timbre tönt Felix Mendelssohns „o Täler, weit o Höhen“.  (...) Das durchwegs textbewusste Ausloten der Lieder meidet jegliche emotionale Aufplusterung und selbstgefällige Affektgesten. Innig verschmelzen Volks-und Kunstmusik bei  „ich fahr dahin, es muss sein“ von Johannes Brahms. (...) Keine Frage, dass der exzellent vorbereitete Windsbacher Knabenchor unter dem hellhörigen Dirigat seines Chorleiters Karl-Friedrich Beringer alle musikalischen Geister weckt, um diese Blütenlese von Volksliedern dank fabelhafter Fokussierung der Stimmen zur abwechslungsreichen Hörerfahrung zu machen. (...) Der Opernfreund 10.10.2010

27.07.2010

Singende Sonnen

Bamberg: Mahler 8. Symphonie

"Bei Mahler gibt es keine Halbheiten. Seine Musik wagt das Äußerste, um Grenzen des künstlerischen Ausdrucks auszuloten und an letzte Fragen zu rühren. (...) Mehr als für jedes andere Werk Mahlers gilt das für die achte Symphonie, die er selbst für sein Opus maximum hielt. Darin beginne buchstäblich das Universum zu singen: "Es sind nicht mehr menschliche Stimmen, sondern Planeten und Sonnen, welche kreisen." Im Rahmen ihrer Mahlers späten Werken ab 1906 gewidmeten Biennale begaben sich jetzt die Bamberger Symphoniker mitsamt Heerscharen von Sängern auf eine solche Sternenreise. Und Chefdirigent Jonathan Nott tat, was vor genau hundert Jahren schon der Komponist bei der Uraufführung seiner tönenden Sphärenmusik getan hatte: Er setzte vom ersten Moment an auf emotionale Überwältigung. Dieser Gesang des Kosmos will nämlich nicht genossen werden wie ein Streichquartett, sondern muss mit seiner Botschaft von der universalen Kraft der Liebe in jedem Augenblick zu jedem einzelnen Hörer sprechen. Mit ebendieser Dringlichkeit agierten die drei Chöre aus Bamberg, Brünn und Windsbach bereits im eröffnenden Hymnus, ohne dass die hier intendierte Kollektiv-Ekstase zum gemeinschaftlichen Schreien ausuferte. Wie lieblich Mahlers Planeten tönen können, zeigte umso mehr der "Faust"- Schluss (...). Nott fasste die Musik in überzeugender Weise dramatisch und imaginär szenisch auf; gleichzeitig spannte er jedoch den symphonischen Bogen derart stringent bis zum finalen Chorus mysticus, dass es Hörer wie Mitwirkende vor Begeisterung von den Plätzen hob. Mahler hätte sich verstanden gefühlt." FAZ 26.07.2010

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