Windsbacher im Konzert

Pressestimmen

12.10.2016

Kaltblütige Sprungbereitschaft

Bachs h-Moll-Messe in der Alten Oper Frankfurt
"(...) Und die 80 Sänger: das waren diejenigen des Windsbacher Knabenchors, der mit der Geschlechtsbezeichnung im Namen auch schon das historisch vollkommen Korrekte benennt, das beim Räsonnieren über authentische Bach-Aufführungen gern unterschlagen wird. Es sangen im kirchlichen Raum zur Bach-Zeit nur Männer und die eben auch die Soprane und Alte. Das Schöne dabei heute: statt dadurch irgendeinen Mangel hinnehmen zu müssen, erlebt man einen Klangkörper, der in der Homogenität seiner Timbres Helligkeits- und Dunkelwerte im bruchlosen Kontinuum oder in trennscharfen Kontrasten ohne Schärfen erzeugen kann.
Es war überragend, wie Martin Lehmann die teilweise sehr jungen Knaben zur Exponierung und in forcierten Passagen zu kaltblütiger Sprungbereitschaft animierte. Genauso bezwingend war das interpretatorische Konzept, das die hochfahrenden und niedergehenden Intonationen im höchst farbigen Orchester samt dem eingebundenen Chor-Kollektiv unmittelbar gestisch (etwa bei den Hammerschlägen des „Crucifixus“) umsetzte. Gespielt und gesungen wurde in sehr raschem Tempo – nicht huschend, sondern mit klangsprachlichem Resultat.(...)" Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau, 12.10.2017
03.08.2016

Emotionale Kräfte

Der Windsbacher Knabenchor in Aschaffenburg
„(..) Die Atmosphäre unter den Windsbachern ist sichtbar herzlich - und das hat Einfluss auf das hörbare Ergebnis. Schon bald nach dem Abschied von Karl-Friedriech Beringer,(...), machte sich von 2012 an bemerkbar, wie unter Lehmann neue emotionale Kräfte frei wurden. Das technische Niveau des Chores ist dabei gleichermaßen hoch geblieben, wie sich auch jetzt zeigte. Stärker hat sich der derzeit wohl beste deutsche Knabenchor zudem dem Repertoire des 20. Jahrhunderts zugewandt – mit großem Erfolg. Die geistlichen Motetten des noch lebenden Komponisten Gustav Gunsenheimer, Javier Busto und Vytautas Miskinis zählten zu den Höhenpunkten des durch mehrere Epochen führenden Programms.Auffällig war durchweg, bei Motetten von Schütz und Schein ebenso wie bei drei ausgewählten von Max Reger, der im besten Sinne gefühlsbetonte Ansatz. Bei Reger, der sich oft hinter Klangmassen und hochartifizieller Harmonik zu verstecken scheint, traten so zum hundertsten Todesjahr seine zarten und sensiblen Seiten hervor. (...)“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Guide Holze, 3.8.2016
16.07.2016

Keine Spur von Sentimentalität

In Wunsiedel zeigt der Windsbacher Knabenchor, welche Kraft in Lieder liegt. Himmlisches klingt an, Kitsch bleibt tabu.
„Die erste der neuen Vertonungen geistlicher Texte, ein Vaterunser von Max Baumann aus dem 20. Jahrhundert, umriss bereits das Ganze Spektrum der Chorsänger-Kunst, für die dieses Ensemble berühmt geworden ist. (...)  - dass das relativ moderne Werk dem Dirigenten Martin Lehmann viel Raum für individuelle Interpretation lässt, wundert bei Kompositionen unserer Zeit nicht. Wohl aber die Qualität ihrer sängerischen Ausführung: Die Feinheit in der Behandlung jedes einzelnen Wortes, die organisch gesteigerte, fast sachlich wirkende Anreicherung mit Lautstärke bereiten den Weg für Emotionen.(...)“ Frankenpost, Bärbel Lüneberg, 16.7.2016

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