Ein „besonderer Jahrgang“ verabschiedet sich
Allerdings heißt es auch für Christoph Bracks, Jörg Eberle, Andreas Gernert, Florian Goppelt, Ole-Christian Haack, Aurelius Haag, Gerhard Jacobs, die Zwillinge Benjamin und Jonathan Kirsch, Dominik Meyer, Adrian Nennich, Jörg Scholkowski und Joel Zimmermann erst in acht Tagen „Dienstende“. Denn noch stehen drei Johannespassionen auf dem Programm – in Kloster Eberbach sowie zwei Konzerte im Rahmen der Bachwoche Ansbach. Und hier versicherte Dirigent Karl-Friedrich Beringer: „Ich verspreche Euch, dass ich mein Dirigat so gestalte, dass Euch der Abschied von Windsbach besonders schwer fallen wird.“
Dem „Chef“ sind diese 13 Sänger besonders ans Herz gewachsen, das konnte man während seiner kurzen Ansprache spüren: „Das wird von Jahr zu Jahr schwerer“, gab Beringer zu. Zwar habe man sich auch gekabbelt, doch gehöre das ja durchaus dazu: „Mann muss sich miteinander anlegen – wenn es sinnvoll ist. Und wer das nicht akzeptiert, weiß nicht, was Erziehung und Bildung bedeuten.“
„Wenn Ihr weggeht, ist das ein Verlust für Windsbach“, unterstrich Beringer: „Nicht nur stimmlich, sondern auch menschlich – Ihr ward schon ein besonderer Jahrgang.“ Jeder Chorist erhielt aus der Hand Beringers eine Mappe, in der alle Konzerte, Reisen und gesungenen Werke akribisch aufgelistet sind. Ebenfalls eingeheftet ist eine Urkunde mit den Daten der Chorzugehörigkeit und – für viele sicherlich eine besonders wichtige Erinnerung – das „Zeugnis“ der Eignungsprüfung vom Beginn ihrer Karriere in Windsbach.
Zu jedem der 13 Männerstimmen fand Beringer auch persönliche Worte, die spürbar von Herzen kamen. So lobte er den Teamgeist, sich auch für andere zu engagieren – sei es als Nachhilfelehrer, Medienbibliothekar oder Notenwart. Interessant waren auch einige Zahlen: So ist heuer Adrian Nennich, Windsbacher von 1999 bis 2009, mit 705 Auftritten Spitzenreiter bei den Konzerten; bei den Reisen ist es Florian Goppelt, von 2000 bis 2009 in Windsbach, mit 18 Touren – er war übrigens durchgehend als Alt und später Altus immer aktives Chormitglied.
Auch die Fördergesellschaft empfahl sich in der überreichten Mappe mit Flyer und einem Schreiben, das zwei Jahre kostenlose und in der Ausbildungs- oder Studienzeit -günstigere Mitgliedschaft anbietet. Peter Heckel überreichte den Abgängern als Vorsitzender ein ganz und gar nicht „zeitloses“ Andenken – nämlich eine für jeden individuell von Hand gravierte Uhr mit Windsbacher Knabenchor, Name und Jahreszahlen der Mitgliedschaft. Beringer meinte, eigentlich hätte man für die Männerstimmen einen ewigen Wecker einstellen müssen: „Und zwar auf punkt 16.55 Uhr!“
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