Wertvolle Unterstützung (7)

WINDSBACH (20. Februar 2017). In Windsbach arbeitet ein engagiertes Team aus Pädagoginnen und Pädagogen an der Erziehung der jungen Sänger. Unterstützung bekommen sie regelmäßig durch Absolventen des „FSJ“, des Freiwilligen sozialen Jahres.

Der Grundgedanke des FSJ wurde nicht unweit von Windsbach geboren. Es war der Leiter der Diakonissenanstalt Neuendettelsau und späterer Landesbischof von Bayern, Hermann Dietzfelbinger, der bereits 1954 an die weibliche Jugend appellierte, ein Freiwilliges Diakonisches Jahr zu absolvieren. Junge Frauen sollten ehrenamtlich (für ein Taschengeld und gegen Verpflegung) einen Dienst in der Kranken- und Altenpflege leisten. Ab 1961 gab es dann bundesweit das katholische „Jahr für die Kirche“.
 
1962 wurde von evangelischer Seite der „Philadelphische Dienst" ins Leben gerufen: Abiturientinnen sollten so vor ihrem Studium mit einem freiwilligen sozialen Dienst die Möglichkeit zur persönlichen und beruflichen Orientierung erhalten – seinerzeit ein gänzlich neuer Ansatz. Sozialarbeit gab es bereits in der Form des Zivildienstes, allerdings nur für Männer – und das verpflichtend. Dieser „Philadelphische Dienst“ wurde zum Vorläufer und Vorbild des dann später bundesweit gesetzlich geregelten Freiwilligen sozialen Jahres.
 
Das FSJ ist seit dem 1. Juni 2008 zusammen mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahre im Jugendfreiwilligendienstgesetz geregelt. Die Freiwilligen sind in ihrer rechtlichen Stellung Auszubildenden vergleichbar. Lagen die Hauptaufgabenfelder des FSJ ursprünglich nur im sozialen Sektor, wurden die Einsatzbereiche vor einigen Jahren erweitert: Ein FSJ kann seither auch in den Bereichen Sport, Denkmalpflege, Politik und Kultur absolviert werden. Die Einsatzbereiche liegen jedoch sämtlich im gemeinnützigen Bereich. Auch im Windsbacher Sängerinternat kann man ein FSJ erleben.
 
Hier wirkt man dann als Mitarbeiter bei der Betreuung einer Gruppe von Jungen im Alter von zehn bis zwölf Jahren. Im Hausteam ist auch die gruppenübergreifende Obhut von Jugendlichen im Alter von zwölf und 13 Jahren vorgesehen. Im Vertretungsfall steht die Betreuung von Schülern der vierten bis sechsten Klasse an. Für Schüler der siebten bis neunten Jahrgangsstufe wird der/die FSJler(in) für die Mitarbeit bei der Hausaufgabenbetreuung eingesetzt.
 
Aufgabe der FSJler ist es auch, bei der Planung, Organisation und Durchführung von Freizeitaktivitäten sowie Gruppenfeiern und Elternnachmittagen mitzuwirken. Zu den Aufgaben im Windsbacher Sängerinternat gehören außerdem die Übernahme von Nachtbereitschaften sowie Wochenenddiensten.
 
Regelmäßiger Informationsaustausch mit Eltern und Lehrern, die Teilnahme an Informationstreffen mit den Schulen sowie Gruppenarbeit und individuelle Einzelbetreuung runden die Mitarbeit im Erziehungs- und Hausteam ab. Hierzu gehört auch die Teilnahme an Teamsitzungen sowie deren Protokollierung. Neben der Konfliktbewältigung in Einzel- und Gruppengesprächen beispielsweise zur Gewaltprävention nimmt der/die FSJler(in) auch an Chorreisen teil.
 
Zu den Aufgaben gehören allgemeine Erziehungsaufgaben wie die Anleitung zu Selbstständigkeit, Körper- und Wäschepflege sowie Zimmer- und Arbeitsplatzordnung, wobei es wichtig ist, dass der/die FSJler(in) wie die anderen Mitarbeiter des pädagogischen Personals in puncto Disziplin, Rücksicht und soziales Verhalten eine Vorbildfunktion einnimmt, um die richtigen Verhaltensweisen glaubhaft aufzeigen zu können.
 
In Windsbach melden sich immer wieder Abiturienten des Chores, um hier vor Studium oder Ausbildung noch ein weiteres Jahr zu verbringen – allerdings „auf der anderen Seite“ (wenn auch oft weiterhin im Chor). Diese Aufgaben werden von den ehemaligen Schülern verschieden gestaltet. Das Journal hat bereits einige der Windsbacher FSJler portraitiert.