Erinnern und Gutes tun

WINDSBACH (21. Juli 2018). Dr. Christoph Zwanzger ist zwar kein „Windsbacher der allerersten Stunde“, hat aber in den Jahren 1954 bis zum Abitur 1957 unter Hans Thamm im Knabenchor gesungen. Mit dieser Zeit verbindet er wunderbare Erlebnisse und Erinnerungen, was nun zu einem ganz besonderen Engagement für den Chor führte:

 

Herr Dr. Zwanzger, aus welcher Motivation heraus gründeten Sie die Hans Thamm-Gedächtnisstiftung?
 
Diese Stiftung soll den tiefen Dank gegenüber Hans Thamm als den Gründer und langjährigen Leiter des Windsbacher Knabenchores ausdrücken. Und sie soll all das menschliche und musikalische Erleben, das mir wie vielen anderen durch das Singen in diesem Chor zuteil geworden ist, würdigen.
 
Was ist das Ziel dieser Stiftung?
 
Sie will durch ihr Wirken an den Menschen, Lehrer und vor allem Musiker und Chordirigenten Hans Thamm erinnern. Er gründete den Windsbacher Knabenchor ja buchstäblich aus dem Nichts, baute ihn auf und führte ihn dann zu nationalem und internationalem Ansehen. Dieses Erinnern soll in Form von Stipendien mit der aktiven Förderung von Nachwuchssängern verbunden werden und somit die Vergangenheit mit der Zukunft verknüpfen.
 
Beschreiben Sie doch bitte mal Ihre Zeit in Windsbach und das, was Ihnen hier mit auf den Weg gegeben wurde?
 
In meinen drei Jahren habe ich mich sehr wohl gefühlt, was sicherlich auch an der privilegierten Position eines Studienheimbewohners mit Einzelzimmer lag. Dazu beigetragen hat aber vor allem anderen das musikalische Erleben im Knabenchor. Und das war eben geprägt von der Künstlerpersönlichkeit Hans Thamms. Sein Wirken als Musiklehrer, Chorleiter und gleichzeitig Organisationstalent, praktisch als Einzelkämpfer – damals gab es kein Chorbüro, Thamm musste Konzerte und Reisen selbst organisieren – haben mich damals stark beeindruckt. Bis heute bereichern das durch den damaligen Unterricht wachsende Musikverständnis und die immer tiefer werdende Liebe zur Musik in den Chorproben und Konzerten mein Leben.
 
Sie helfen mit Ihrem Engagement, dass dies auch anderen jungen Menschen, zumal aus weniger begüterten Verhältnissen, zuteilwerden kann. Warum ist das in Ihren Augen so wichtig?
 
Die Chance lebenslanger Bereicherung durch die Erfahrungen als Chorsänger und die Entwicklung einer vertieften Liebe zur Musik darf bei musikalisch talentierten, jungen Menschen nicht an fehlenden finanziellen Mitteln des Elternhauses scheitern. Hier will die Hans-Thamm-Gedächtnis-Stiftung aktiv werden und die Arbeit der Fördergesellschaft in diesem Bereich tatkräftig unterstützen.
 
Wie kann man sich hier engagieren?
 
Für die Stiftung kann man sich auf zwei Wegen einsetzen: Einmal in Form von Spenden unter dem Verwendungszweck „Operatives Vermögen“ zur unmittelbaren Vergabe von Stipendien; der andere Weg dient der nachhaltigen Förderung und besteht aus Zuwendungen in das Stiftungsvermögen, denn für die Stipendien werden dann nur die Erträge aus dem Stammvermögen ausgeschüttet. Diesbezügliche Spenden wären als „Zustiftung Grundstockvermögen“ auszuweisen. Eine derartig langfristige Förderung bietet sich im Hinblick auf die hierbei deutlich weitergehende steuerliche Begünstigung vor allem für größere Zuwendungen an.
 
Gibt es noch eine weitere Option?
 
Besonders hilfreich sind natürlich testamentarische Vermächtnisse oder eine Erbeinsetzung der Stiftung. Diese hat übrigens ein ehemaliger, kinderloser Windsbacher meiner Altersgruppe kurz nach Gründung der Stiftung durch eine Änderung seines Testaments vollzogen.
 
Als Stammkapital hatten Sie ursprünglich 100.000 Euro eingeplant, dies dann aber zugunsten der Chorzentrums-Sanierung angepasst. Wie kam es dazu?
 
Der damalige kaufmännische Direktor des Studienheims überzeugte mich, die derzeit dringenden Sanierungsarbeiten des Chorzentrums mit etwa der Hälfte der von mir angedachten Stiftungssumme zu unterstützen. So konnte der Raum für die Chorvorbereitung mit 60.000 Euro finanziert werden. Das Stammkapital der Stiftung werde ich um 50.000 Euro aufstocken, wenn sich 2021 der Geburtstag Hans Thamms zum hundertsten Mal jährt.
 
Lieber Herr Dr. Zwanzger, wir danken Ihnen nicht nur für das Gespräch, sondern vor allem auch für Ihr großzügiges Engagement und hoffen, dass Ihre Idee viele Nachahmer findet.
 
Hans Thamm-Gedächtnisstiftung
Sparkasse Ansbach
IBAN: DE48 7655 0000 0008 8540 77
BIC: BYLADEM1ANS