Högner – ein Mäzen, der anpackt

NEUENDETTELSAU (9. Mai 2011). Älter zu sein als der Windsbacher Knabenchor ist nicht unbedingt eine Kunst – sich ebenso erfolgreich am Markt zu behaupten, zumal in der Baubranche, schon eher: Die Firma Högner mit Sitz im mittelfränkischen Neuendettelsau tut dies seit 1893. Und ist außerdem ein wichtiger Partner der Windsbacher, wenn es um Bauvorhaben und Sanierungen geht.
 
Die Windsbacher und Högner verbinden aber nicht nur Stahlarmierungen und Beton, sondern auch einige augenzwinkernde Parallelen und Unterschiede: Högner beschäftig derzeit 75 Mitarbeiter – also etwa Reisechor-Stärke. In beiden „Unternehmen“ wird ausgebildet – und zwar mit Tradition. Anders als im Chor, wo man mit dem Abitur ausscheidet, finden die angelernten Kräfte bei Högner in der Regel eine Anstellung, um ihr erworbenes Wissen in das Geschäft einzubringen.
 
Während in Windsbach schon unzählige „Generationen“ durchs Chorgestühl gewandert sind, befindet sich die Firma Högner Bau „erst“ in der fünften: Mit Markus und Johannes Högner haben die Ur-Ur-Enkel von Firmengründer Michael Högner das Ruder in der Hand. Der erwarb 1885 den ersten Grundbesitz in Neuendettelsau und machte sich 1893 selbständig. Ein Jahr später erhielt der Ort einen Bahnanschluss, was für den späteren Aufschwung nicht ohne Bedeutung war. Die bewegte und spannende Firmengeschichte lässt sich nicht nur in der zum 100-jährigen Bestehen 1993 herausgegebene Festschrift nachlesen, sondern ist auch in großen Tafeln für jeden Besucher im Foyer des heutigen Firmensitzes in der Baustraße 5 in Neuendettelsau einsehbar. Außerdem hat sie das Unternehmen auch in seinem Internetauftritt veröffentlicht (www.hoegner.net).
 
Machen wir also einen Schritt vom vorletzten ins vergangene Jahrhundert, wo sich nämlich zwei Neuendettelsauer Buben im Sandkasten anfreundeten: Wolfgang Högner und ein gewisser Karl-Friedrich Beringer – der eine stieg 1974 ins Familienunternehmen ein, der andere übernahm wenig später die Leitung des Windsbacher Knabenchores. Man ging gemeinsam zur Schule – und die Freundschaft blieb, so dass sich Högner heute als wichtiger Partner des Windsbacher Knabenchores präsentieren kann.
 
Für diese Partnerschaft findet sich allerdings ein besseres, passenderes Wort: Mäzen. Aktuell hat sich das Unternehmen verpflichtet, über einen Zeitraum von drei Jahren den Chor und das Internat inForm von Spenden zu helfen. Dabei geht es jedoch weniger um klingende Münze, sondern um klar definierte Projekte, die speziell die Instandhaltung der Windsbacher Immobilien vorantreiben und unterstützen sollen. Da man seitens des Studienheims kaum finanzielle Möglichkeiten hat, um größere Baumaßnahmen aus dem regulären Haushalt zu finanzieren, freut man sich dort natürlich umso mehr über die mittelfristige Planungssicherheit durch das Engagement Högners. Verwaltungsdirektor Matthias Walter spricht nicht umsonst von einem „mittlerweile seltenen Gut“.
 
Högner kennt sich auf dem Campus recht gut aus: Das „Boot“, besser bekannt als „Haus F“ hat man gebaut, Sanierungen begleitet, beim Abriss von „Haus M“ (dem früheren Neubau) die Altlastenuntersuchung vorgenommen, für andere Häuser den Energieverbrauch gemessen, um zu schauen, wie man hier effizienter wirtschaften kann. Dieses Engagement pflegt Högner nicht erst seit kurzem. Man hat einfach große Freude an diesem Chor im sieben Kilometer entfernten Windsbach: „Hier steht die Musik im Mittelpunkt“, erklärt Markus Högner – etwas, was auch für seine Familie gilt: „Alle sind Fans des Knabenchores.“ Und das drückt sich eben in der helfenden Hand aus.
 
„Planen und Bauen im Sinne des Baumeisters gehören zusammen“, formuliert Markus Hoegner die Philosophie des Familienunternehmens, das somit alle Leistungen rund ums Bauen anbietet. Mittlerweile 118 Jahre Unternehmensgeschichte ließen einen großen Erfahrungsschatz heranwachsen, der den Kunden – Privatpersonen, Firmen sowie Kommunen und öffentlichen Einrichtungen – seriöse, werthaltige und termingerechte Auftragsausführung zusichert. Dem Kunden entsteht durch den ganzheitlichen Ansatz ein Mehrwert.
 
„Wir orientieren uns am Lebenszyklus der Immobilie und stehen in jeder Lebensphase als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung“, betont Markus Högner den ganzheitlichen Aspekt der Firmenführung, die in einem Team aus Architekten, Ingenieuren, Kaufleuten und Immobilienwirten auf fächerübergreifenden Dialog setzt. Dass man dabei nicht nur energetisch auf dem neuesten Stand der Technik ist, dafür sorgen ständige Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter in allen Bereichen der Branche, die sich heute mit einem hohen Innovationstempo konfrontiert sieht. Derartiges Arbeiten dokumentiert sich nicht zuletzt im Erfolg, der auf der einen Seite natürlich dem Unternehmen und damit den Mitarbeitern und ihren Arbeitsplätzen zugute kommt. Auf der anderen Seite findet sich der Name Högner in den Listen der Unterstützer zahlreicher sozialer Projekte in den Bereichen Kirche, Gesellschaft, Kultur und Sport.
 
Einer, der den Namen Högner dadurch klingend in die Welt trägt, ist vor allem der Windsbacher Knabenchor. Und der hat seine Wurzeln eben in Mittelfranken. „Bauen ist ja lokal begrenzt“, weiß Markus Högner: „Das lässt sich nicht so leicht exportieren.“ Die Mitarbeiter kommen alle aus de Region und man bekennt sich gerne zu ihr, ohne einen Lokalpatriotismus zu pflegen. Der drückt sich eben in anderen Gesten aus…