801 wichtige Unterstützer

WINDSBACH (23. Juli 2016). Der Auftakt der Mitgliederversammlung 2016 der Fördergesellschaft des Windsbacher Knabenchores geriet in diesem Jahr hochmusikalisch: mit einem Probenbesuch und interessanten Einblicken in die arbeitsintensive Einstudierung der h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach, die der Chor 2016 und 2017 mehrfach im In- und Ausland aufführen wird.

Was auffiel: Der Probenchor ist aktuell äußerst groß, was Chorleiter Martin Lehmann mit dem hohen Anspruch des Werks erklärte: Um nicht einzelne, junge Sänger, die demnächst von der Chorvorbereitung in den großen Chor wechseln, aufwendig nachschulen zu müssen, wird derzeit gemeinsam geprobt. Und das, was bislang erreicht wurde, kann sich durchaus hören lassen.
 
Vor dem Hintergrund, dass die Windsbacher in der Zeit zwischen Pfingst- und Sommerferien mit zahlreichen Konzerten, einer Reise nach Rom und vielen Proben für h-moll-Messe und das aktuelle Repertoire äußerst viel zu tun hatten, konnte man nur staunen: „Wir pfeifen auf dem letzten Loch“, meinte Lehmann, doch die Zuhörer durften augenzwinkernd konstatieren: Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, tun die Windsbacher dies mit einer bemerkenswerten Atemtechnik. Das, was die Mitglieder der Förderversammlung hier geboten bekamen, machte Lust auf mehr: Zu erleben ist der Chor mit der h-moll-Messe am 2. Oktober in der Abteikirche Münsterschwarzach, die 2016 ihr 1200-jähriges Bestehen feiert, und am 11. Oktober in der Alten Oper Frankfurt.
 
Bemühen um Nachwuchssänger
Hatte Martin Lehmann schon während der Proben neben spannenden Einblicken in den kompositorischen Aufbau von Bachs Messe einiges zur aktuellen Chorsituation erzählt, fasste er in der anschließenden Mitgliederversammlung noch einmal zusammen: Die Nachwuchsgewinnung durch die Klangfänger mit Gruppen in Windsbach, Nürnberg, Rothenburg und jetzt auch Pappenheim ist gut angelaufen und stößt auf Interesse, was die „berechtigte Hoffnung“ wecke, aus diesem Engagement neue Choristen gewinnen zu können; auch Schul-Scout Bernd Lang ist weiterhin unterwegs und wirbt in Grundschulen für das Chorsingen.
 
Beim Vorsingen zeichnet sich laut Lehmann hingegen weiterhin der Trend ab, dass längst nicht alle, die sich vorstellen könnten, bei den Windsbachern zu singen, hierzu stimmlich auch in der Lage sind. 75 hätten an mehreren Terminen vorgesungen, 27 davon habe man als geeignet eingestuft und hoffe, dass von denen 20 kämen – und dann auch blieben. „Das Singniveau in der Gesellschaft wird immer niedriger“, schätzt Lehmann die Lage ein: „Aber mit den Klangfängern versuchen wir, dies bei denen, die wollen, anzuheben.“ Windsbach werde auch in Zukunft für hohe Qualität stehen, daran wolle man keinesfalls rütteln.
 
Unverzichtbare Hilfe
Wie Martin Lehmann zuvor dankte auch Internatsdirektor Thomas Miederer den Mitgliedern für ihre finanzielle und ideelle Unterstützung. Schließlich ist die Fördergesellschaft über die Ausstattung des Sängerinternats mit einer pädagogischen Stelle, Stipendien für finanzschwächere Familien und Nachhilfestunden direkt am Funktionieren des Hauses beteiligt. „Wenn es dem Chor gut geht, geht es auch dem Internat gut – und umgekehrt“, sagte Miederer.
 
Dort leben derzeit 98 Schüler, womit man in den vergangenen 16 Jahren zum zweiten Mal die „magische 100“ unterschritten habe. Dies sei deswegen problematisch, da jetzt jeder Abgang schwerer zu verkraften sei: „Jeder einzelne zählt.“ Derzeit sorgen zehn Erzieherinnen und Erzieher für die Schüler, unterstützt von drei pädagogischen Kräften; jedes Haus ist somit mindestens einfach besetzt, in der fünften, sechsten und siebten Jahrgangsstufe ist man zu zweit. Die angekündigte Sanierung des Chorzentrums soll nach der energetischen Nachrüstung der Internatsgebäude Anfang 2017 in Angriff genommen werden.
 
Jochen Heinzelmann berichtete der Fördergesellschaft als deren Vorstandsvorsitzender über ihr Engagement des vergangenen Jahres: Nach einer weiteren „Aufräumaktion“, bei der man sich nochmals einiger „Karteileichen“ entledigt habe, zähle die Fördergesellschaft aktuell 801 Mitglieder; beim Internatsfest an Christi Himmelfahrt konnten demnach 25 neue Unterstützer gewonnen werden. Hier dankte Heinzelmann vor allem den Chormitarbeiterinnen Bettina Lucht und Gaby Haupt, die vom Infostand aus Interessenten ansprachen und für einen Beitritt gewinnen konnten.
 
Ansprechpartnerin Gaby Haupt
Gaby Haupt, die auch die Aufgabe der Chorsekretärin wahrnimmt, wurde in Abwesenheit als Nachfolgerin des Ehepaars Felicitas und Manfred Häßlein begrüßt. Häßleins haben die Sekretariatsaufgaben nun endgültig abgegeben und wurden von Jochen Heinzelmann jetzt ganz offiziell verabschiedet. Beide bleiben der Fördergesellschaft natürlich als Mitglieder weiterhin erhalten. Gaby Haupt ist nun die Ansprechpartnerin für sämtliche Belange der Fördergesellschaft und in der Regel Mittwochnachmittag im Büro erreichbar.
 
Als Projekte, mit denen die Mitglieder den Chor im vergangenen Jahr unterstützt haben, benannte Heinzelmann die Finanzierung einer Praktikantenstelle mit 20.000 Euro, die Honorarzahlung für Choraushilfen aus dem Kreis der Ehemaligen für die Weihnachtskonzerte 2015 mit 13.000 Euro, die China-Reise der Windsbacher mit 15.000 Euro sowie das Choressen am Tag der Mitgliederversammlung.
 
2017 wird das 50. Jubiläum gefeiert
Rückblickend dankte der Vorsitzende Herbert Pfister für die Organisation der Begleitreise nach Merseburg und Naumburg. Als Ausblick wies Heinzelmann noch auf das 50. Jubiläum der Fördergesellschaft hin, das diese am 9. Juli 2017 mit einem Open-air-Konzert in Schloss Dennenlohe feiern wolle. Hierzu ergehen noch weitere Informationen. Im kommenden Jahr stehen auch Vorstandswahlen an.
 
Die Kassenlage der Fördergesellschaft ist dank Rücklagen gut, worüber Jürgen Leinberger informierte; die Kassenprüfung bescheinigte dem Kassier hervorragende Arbeit und beantragte dessen Entlastung. Letzter Punkt der Tagesordnung war die einstimmige Verabschiedung der Satzungsänderung, die orthographisch überarbeitet und den juristischen Anforderungen an eine Vereinssatzung angepasst wurde.