Knabenchor stellt sich Anfragen zu Misshandlungen

Datum:
22.03.2010
Der Windsbacher Knabenchor nimmt die aktuelle Diskussion um sexuellen Missbrauch und/oder körperliche Misshandlungen Schutzbefohlener in pädagogischen Einrichtungen zum Anlass, die Vergangenheit des Evang.-Luth. Studienheimes zu untersuchen. Um ehemaligen Schülern die Möglichkeit einzuräumen, Übergriffe zu meldenhat das Evang.-Luth. Studienheim die Psychologin Ulrike Winkler von Mohrenfels als externe Ansprechpartnerin benannt. Sie ist zuverlässig telefonisch erreichbar zwischen 12 und 14 Uhr sowie zwischen 16 und 18 Uhr unter der Rufnummer 09131 46458 oder per E-Mail über die Adresse uliwvm@yahoo.de. Alle Gespräche mit der Ansprechpartnerin unterliegen grundsätzlich der Schweigepflicht. Informationen, die an die Einrichtung weitergeleitet werden sollen bzw im Fall eines Straftatbestandes an die Ermittlungs-behörden weitergeleitet werden müssen, werden mit den Betroffenen vorab genau besprochen.

In aktuellen Medienberichten wird der Vorwurf erhoben, die Leitung des Windsbacher Knabenchors in den 1950er und 60er Jahren hätte Chorsänger und Internatsschüler systematisch misshandelt und in drei Fällen in den Suizid getrieben. Die jetzige Internatsleitung nimmt diese Vorwürfe sehr ernst und wird dazu Stellung nehmen.  Allerdings befindet sich der Internatsleiter, Pfarrer Thomas Miederer, bis zum späten Donnerstagabend mit dem Chor auf einer Konzertreise in Spanien. Erst nach seiner Rückkehr kann Pfarrer Miederer im Rahmen eines Pressegesprächs Auskunft geben. Auch die Psychologin Ulrike Winkler von Mohrenfels, die seit dem 16.3.2010 als externe Ansprechpartnerin fungiert, wird dort für Rückfragen zur Verfügung stehen.

Das Pressegespräch findet statt
am Freitag, 26.3.2010,
um 11 Uhr
im Internat des Windsbacher Knabenchors Heinrich-Brandt-Straße 18, 91575 Windsbach.
Bitte melden Sie sich zu dem Pressegespräch per Mail an ute.baumann@windsbacher-knabenchor.de

Bisher wurden folgende Maßnahmen getroffen:
1. Um ehemaligen Schülern die Möglichkeit einzuräumen, Übergriffe zu melden, steht die Psychologin Ulrike Winkler von Mohrenfels als externe Ansprechpartnerin zur Verfügung. Nach heutigem Stand (22. März) gibt es acht Meldungen, die sich auf körperliche Misshandlungen in den 1940er-1970er Jahren beziehen.
2. Ehemalige Schüler haben schon früher von schlimmen Erfahrungen vor allem in den 50er und 60er Jahren berichtet und dabei pädagogisches Verhalten aber auch Verhalten von Schülern untereinander angesprochen, das aus heutiger Sicht problematisch ist. Tabuisiert wurden und werden diese Erfahrungen nicht. Schon im Sommer 2009 wurde deshalb mit dem Verein für bayerische Kirchengeschichte ein Symposium zur 175-Jahr-Feier des Studienheimes im Jahr 2012 vereinbart. Dort sollen auch die Themen und Fragen einen angemessenen Platz erhalten, die im Zusammenhang mit tatsächlichen und möglichen Erfahrungen von Gewalt jedweder Art im Studienheim stehen.