Welt-Ersteinspielung von Johann Stadens Motetten mit dem Windsbacher Knabenchor

Datum:
30.03.2015
Für Liebhaber Alter Musik bietet der Windsbacher Knabenchor unter der Leitung von Martin Lehmann ab 10. April 2015 ein besonderes Klangerlebnis: „Kirchenmusik 1“(1625), eine Sammlung von 15 Motetten des frühbarocken Komponisten Johann Staden, erscheint als Welt-Ersteinspielung bei dem renommierten SONY-Label „deutsche harmonia mundi“.
Johann Staden (1581 - 1634) war zu Lebzeiten ein bekannter und hoch angesehener Komponist, Organist und späterer Musikdirektor der Reichsstadt Nürnberg. Die Gesamtaufnahme von „Kirchenmusik 1. Teil“ vereint eindrucksvoll den polyphonen Motetten-Stil des 16. Jahrhunderts mit der Klangpracht der venezianischen Mehrchörigkeit. Die stilistische Vielfalt ist beeindruckend und reicht von schlichten einchörigen Motetten
bis hin zu aufwendig besetzten und klanggewaltigen Werken mit Echo-und Fernchor. Begleitet wird der Windsbacher Knabenchor von zwei erfahrenen Ensembles für Alte Musik, dem Concerto Palatino und der Capella de la Torre, sowie den Vokalsolisten Hana Blažikova (Sopran), Alex Potter (Counter-Tenor), Satoshi Mizukoshi (Tenor) und Dominik Wörner (Bass).
Für den Künstlerischen Leiter Martin Lehmann war die intensive Beschäftigung mit den Werken Stadens eine großartige Bereicherung: „Staden hat eine ganz eigene Textbehandlung mit klarem Bezug und wunderbare musikalische Farben. Textlich stehen die Motetten in der Nachfolge Martin Luthers, sie haben ihre Wurzeln also direkt im Protestantismus und der Komponist kommt aus Nürnberg – für uns hat das einen spannenden regionalen Bezug. Johann Staden war neben Heinrich Schütz und anderen in seiner Zeit ein namhafter Musiker. Mit ihrer Obertönigkeit und dem metallenen Klang passen die Knabenstimmen zudem sehr gut zu dieser Musik.“



Bildunterschrift:
Das Titelbild der CD entstammt einer Malerei auf einem Spinett und zeigt im Vordergrund eine musizierende Gesellschaft vor dem Nürnberger Herrensitz Thumenberg, an der Orgel mit Spinett sitzt Johann Staden. 
Foto © G. Janßen, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg.