Erfolgreiche Klangfänger

WINDSBACH (8. Januar 2018). Ein Vorsatz für das neue Jahr, den sich die Verantwortlichen in Windsbach ins Stammbuch geschrieben haben, ist sicherlich, das hohe Niveau zu halten, auf dem vor Ort musiziert wird. Neben konzentriertem Arbeiten mit den heute im Knabenchor singenden Stimmen ist es hierfür jedoch auch notwendig, an die Zukunft zu denken. Dafür hat man die Idee der „Klangfänger“ realisiert. Und zwar mit Erfolg: Nach einer ersten Gruppe in Nünberg gibt es solche mittlerweile an mehreren Orten.

Sicherlich könnte Martin Lehmann als Künstlerischer Leiter des Windsbacher Knabenchores darüber lamentieren, dass in den Familien heute kaum mehr gesungen wird; dass somit Kinder und vor allem Jungs keinen Zugang mehr zum Singen hätten und es dadurch immer schwerer würde, geeigneten Nachwuchs zu finden. Doch das würde ihm keinen einzigen Sänger bescheren, weshalb man sich in Windsbach lieber ernsthaft Gedanken gemacht hat, wie man trotz der gegenläufigen Entwicklung Buben für das Singen begeistern und sie bei entsprechender Eignung ja vielleicht auch zum Mitsingen in einem der besten Knabenchöre der Welt animieren kann.
 
Das Ergebnis heißt „Klangfänger“: Angeleitet von versiertem Fachpersonal werden interessierte Jungen im Grundschulalter behutsam und engagiert an das Singen herangeführt. Es geht erst mal nur um den Spaß am eigenen Organ, am Ausprobieren, am gemeinsamen Entdecken in der Gruppe. Vielleicht ist ja ein Talent dabei, das es besonders zu fördern gilt? Gesungen werden Kanons, Volkslieder, altes und neues geistliches Liedgut; das erarbeitete Repertoire wird gerne in Gottesdiensten oder bei anderen Gelegenheiten zum Besten gegeben. Musikalisch begabte Jungen werden dann auf die Eignungsprüfung der Windsbacher aufmerksam gemacht und eingeladen. Die Werbung für die Klangfänger erfolgt durch Schulscouts, die vor Ort auf das Angebot aufmerksam machen.
 
Begonnen hat alles vor vier Jahren in Nürnberg – heute arbeiten bereits mehrere „Klangfänger“-Gruppen: gleich drei in Windsbach mit 41 Jungs, zwei in Nürnberg mit 24, eine in Rothenburg mit zwölf und die jüngste in Pappenheim mit 13 kleinen Sängern. Man versteht sich als Singschule, will jedoch bewusst nicht in Konkurrenz zu bestehenden Kinderchören treten. Die „Klangfänger“ kommen daher überwiegend aus Gemeinden, die kein entsprechendes Angebot haben, oder als Kooperationspartner bestehender Einrichtungen.
 
Doch wie kommt ein „Klangfänger“ nach Windsbach? Immerhin hat man auf diesem Wege allein im laufenden Schuljahr acht Sänger gewinnen können. Als reine Rekrutierungsmaßnahme will Dirigent Lehmann dieses Engagement trotzdem nicht verstanden wissen: Es geht darum, jungen Knaben zu zeigen, welchen Spaß gemeinsames Singen macht. Das geschieht natürlich altersgerecht, aber eben mit dem professionellen Anspruch, mögliche Talente zu entdecken; in Nürnberg wird daher auch Einzelstimmbildung angeboten.
 
Beim jährlich stattfindenden Tag der offenen Tür können sich interessierte Buben und ihre Eltern in zwangloser Atmosphäre informieren und ein von den bestehenden Gruppen erarbeitetes Singspiel erleben. Und außerdem das Sängerinternat der Windsbacher kennenlernen: Der Gedanke, vielleicht ja mal hier zu leben und im weltberühmten Knabenchor mitzusingen, steht bei den „Klangfängern“ nicht im Vordergrund, soll aber „ganz nebenbei“ mitwachsen.
 
Wenn Chorleiter/innen besonders begabte Jungs in ihren Reihen haben, sollten sie diese auf das Angebot der „Klangfänger“ oder die Eignungsprüfungen des Windsbacher Knabenchores aufmerksam machen: Entsprechende Infoabende finden statt in Rothenburg/Tauber (Montag, 5. Februar 2018, 18 Uhr im Gemeindezentrum Jakobsschulhaus), in Nürnberg (Mittwoch, 7. Februar 2018, 18.30 Uhr in St. Jakob), in Heidenheim (Samstag, 21. April 2018, 18 Uhr im Kapellensaal des Klosters); Vorsingtermine in Windsbach sind Sonntag, der 25. Februar 2018 von 13 bis 17 Uhr; Sonntag, der 11. März 2018 von 9 bis 14 Uhr und Samstag, der 28. April 2018 von 10 bis 16 Uhr; der Tag der offenen Tür in Windsbach findet am 10. März 2018 statt.