Kirchenmusikalischer Dauerbrenner

Datum:
07.02.2011

450. Lorenzer Motette am 18.02.2011

Zum 450. Mal gestaltet der Windsbacher Knabenchor am 18. Februar um 19 Uhr die "Lorenzer Motette". Liturg zum Jubiläum in der Nürnberger Lorenzkirche ist Landesbischof Dr. Johannes Friedrich.
Die erste Abendmusik dieser Reihe, die sich als kirchenmusikalischer Dauerbrenner etabliert hat, fand am 18. Juni 1955 statt und wurde initiiert von Pfarrer Gerhard Kübel und dem damaligen Chorleiter Hans Thamm. Die gut besuchten Motettengottesdienste haben das kirchliche Leben in St. Lorenz und den Chor über die Jahre wechselseitig geprägt und erreichen eine ganz besondere Gemeinde: Musikliebhaber und Passanten, kunstsinnige Touristen und Tagesbesucher aus dem Umland finden sich in dem gotischen Kirchenschiff ein. Es gibt sogar Fans, die extra aus Köln oder Berlin zur Motette anreisen, um zu erleben, wie Raum, Wort und Musik zu einer spirituellen Einheit verschmelzen.
Dabei ist der Ablauf so unspektakulär wie eh und je: Chormusik und Orgel im Wechsel, ein Gebet, eine Lesung, eine kurze Besinnung, Gemeindegesang, das Vaterunser und der Segen. Dass dieses schlichte Programm die 800 Plätze der Lorenzkirche regelmäßig füllt, wundert Chorleiter Karl-Friedrich Beringer nicht: "Ich glaube, dass der Vespergottesdienst oft unterschätzt wird. Die Menschen lechzen gerade heute nach dieser Form meditativer Besinnung, die auch Kirchenfernen einen Zugang zum Glauben eröffnet." Das kann Dekan Jürgen Körnlein nur unterstreichen, der die Motetten als "elementar und genial" bezeichnet.